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Der Ascania-Sichter

Der Ascania-Sichter

(2002 duirch Rüdiger Hagen für den zweiten Mahlgang wiederhergestellt)

Ein vergleichsweise "modernes" Siebsystem stellt der 2002 restaurierte Ascania-Sichter der Mühle dar. Diese Maschinenart wurde 1903 durch den Mühlenbaumeister Heinrich Hecht in Radegast (Sachsen-Anhalt) speziell für kleine Mühlen erfunden. Hier bildet das Sieb einen feststehenden Rahmen, der Bestandteil eines liegenden, zylindrischen Mantels ist, in dem sich mit hoher Geschwindigkeit eine Art Rotor dreht. Dieses Rotor- oder Schlägerwerk wirft das Mahlgut gegen das Sieb; die feineren Teile dringen durch die Siebbespannung nach außen, die gröberen Teile werden durch leichte Anschrägungen auf den Schlägerflächen nach hinten aus dem Mantel herausgeworfen. Die Siebrahmen sind zum Wechseln der Bespannung und zum Reinigen der Maschine herausnehmbar.

Die meisten dieser Maschinen, so auch hier, besitzen zwei Siebanteile. Im oberen Siebteil werden zunächst die groben Schrot- und Kleieteile herausgetrennt. Mehl und Grieß fallen darunter - im gleichen schrankartigen Maschinengehäuse untergebracht - ins zweite Siebtabteil und werden dort getrennt. Die Siebwirkung ist hier sehr scharf, weshalb man mit einer erheblich geringeren Maschinengröße auskam als bei Sechskantsichtern."

Erste Exemplare dieser Art tauchen um die Mitte des 18. Jahrhunderts auf. Richtig durchsetzen konnte sich die Maschine jedoch erst fast 100 Jahre später. Auch der Sechskantsichter hat ein schrankartiges Holzgehäuse, in dem sich hier aber mit langsamer Geschwindigkeit eine sechseckige Siebtrommel dreht. Durch die Drehung fällt das Mehl durch die mit Seide oder feiner Drahtgaze bespannte Trommel. Die gröberen Produkte rutschen wie beim Beutelkasten nach hinten heraus, da die Tromel ebenfalls nach hinten geneigt liegt. Um die Siebwirkung zu verstärken, läuft die Welle der Trommel am Auslauf nicht in ein Lager, sondern auf einem Ritzel, wodurch eine Erschütterung erzeugt wird. Der Antrieb dieser schonender und effektiver arbeitenden Maschinen erfolgt durch Treibriemen. In der Laderholzer Wassermühle waren die beiden Roggenmahlgänge mit Sechskantsichtern versehen, von denen bei den Aufräumarbeiten in der Mühlenruine nur noch klägliche Reste gefunden werden konnten.

(Quelle: "Die Arbeitsweise der Laderholzer Wassermühle und ihre maschinelle Einrichtung" von Rüdiger Hagen)

Der Beutelkasten Der Elevator